Tire Technology Expo 2018

Die Tire Technology Awards for Innovation and Excellence 2017


GEWINNER BEKANNT GEGEBEN!

Die Jury hat ihr Urteil getroffen, die Stimmen wurden gezählt und die Gewinner bekannt gegeben!

Zum zehnten Mal wurden die Tire Technology International Awards for Innovation and Excellence – die weltweit größte Ehrung für Anstrengungen im Feld der Reifenentwicklung und -fertigung – auf der Tire Technology Expo in Hannover verliehen. Die Preise wurden während eines Galadiners im spektakulären Kuppelsaal des Hannover Congress Centrums in fünf Hauptkategorien vergeben, wobei die Gewinner von einer unabhängigen internationalen Jury aus 27 Experten der Reifenbranche (siehe unten) gewählt wurden.

Die Auszeichnungen werden von der Zeitschrift Tire Technology International koordiniert, die von UKIP Media & Events, dem Organisator der Tire Technology Expo, veröffentlicht wird. Die komplette Liste der Preisträger sehen Sie unten – klicken Sie auf den jeweiligen Namen für weitere Informationen!



Die Gewinners

Innovation des Jahres in der Reifenfertigung - Bridgestone – Examation
In Anerkennung wissenschaftlicher und technologischer Spitzenleistungen in der Reifenfertigung
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Innovation des Jahres in der Reifenfertigung


In Anerkennung wissenschaftlicher und technologischer Spitzenleistungen in der Reifenfertigung



Gewinner: Bridgestone - Examation


Das revolutionäre Reifenmontagesystem Examation von Bridgestone hat in der diesjährigen Kategorie Innovation des Jahres in der Reifenfertigung einen überzeugenden Sieg errungen. Das System, das im Bridgestone Werk Hikone in Japan installiert wurde, vereint eigens entwickelte IKT mit künstlicher Intelligenz, um Qualität und Produktivität in der Fabrik erheblich zu verbessern.

Es verwendet auf Bridgestone Intelligent Office und Bridgestone Intelligent Device (BID) basierende Technologien, bei denen Algorithmen zum Einsatz kommen, die auf Grundlage von in der Herstellung gesammelter Big Data entwickelt wurden. BID nutzt eine einzigartige KI, die eine automatische Steuerung von Produktionsprozessen und Qualitätssicherung ermöglicht, was zuvor von menschlicher Analyse abhängig war. Dadurch können ein äußerst hohes Maß an Fertigungspräzision erreicht und menschliche Fehler reduziert werden. Die gesammelten Daten werden zudem zur Verbesserung von Prozessen in den Fabriken von Bridgestone verwendet.

Emilio Tiberio, Leiter FuE bei Bridgestone EMEA, erklärte: „Wir sind alle sehr stolz darauf, dass das Reifenmontagesystem Examation mit diesem renommierten Preis ausgezeichnet wurde. Wir sind fest davon überzeugt, dass die Anwendung unserer IKT und KI in unseren Produktionssystemen großen Nutzen bringen wird.“

Auch Preisrichter Shunichi Yamazaki, Präsident des Intelligent Vehicle Research Institute in Japan, war der Meinung, dass die Technologie eine bahnbrechende Entwicklung darstellt, und zwar nicht nur für die Reifenbranche: „In Japan hat eine Generation von hoch qualifizierten Arbeitskräften das Rentenalter erreicht und es kann schwierig sein, deren Fähigkeiten vollständig an jüngere Kollegen zu übertragen. Dieses System hat sich jedoch als nützlicher Ersatz erwiesen, durch den menschliche Fehler vermieden und die Effizienz und Fertigungsqualität gesteigert werden können. Es misst 480 Qualitätspunkte und ermöglicht die automatische Steuerung durch KI in Echtzeit, sodass die Reifen unter optimalen Bedingungen montiert werden können. Es wird davon ausgegangen, dass diese Art der intelligenten Technologie sich in allen Fertigungsindustrien als Epoche machendes System durchsetzen wird.“

Weitere Examation-Anlagen sollen weltweit in neuen und bestehenden Fabriken von Bridgestone installiert werden.

Ebenfalls auf der Auswahlliste:
Bartell Machinery Systems – BeadView
Kobe Steel – Librota-GS-Maschine für die Reifengleichförmigkeit
Mitsubishi – Ineinandergreifender MR-EX-Mischer
ROmiLL – NSR-Vorwärmer

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Leistung des Jahres im Umweltschutz - Versalis/Genomatica – Forschungen zu erneuerbarem Butadien
In Anerkennung umwelttechnischer Fortschritte in der Reifenindustrie
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Leistung des Jahres im Umweltschutz


In Anerkennung umwelttechnischer Fortschritte in der Reifenindustrie



Gewinner: Versalis/Genomatica – Forschungen zu erneuerbarem Butadien


Um die Bedenken hinsichtlich einer möglichen zukünftigen Knappheit und/oder Preissteigerung von Butadien auszuräumen, bildeten Versalis und Genomatica 2013 ein Technologie-Joint-Venture zur Erforschung von erneuerbaren Quellen. Nach anfänglichen Erfolgen beschleunigte sich 2016 der Fortschritt. Bei einer Vorführung wurden mehrere Kilogramm von erneuerbarem Butadien hergestellt, wobei gewerblich erhältliche Zucker den Ausgangsstoff darstellten. Durch die „ausgezeichnete“ Qualität des Produkts konnte es in mehreren Polymerisationstests verwendet werden: Es konnten keine Unterschiede zwischen dem aus fossilen und dem aus erneuerbaren Rohstoffen hergestellten Butadien festgestellt werden. Seitdem wurde die Leistung des Mikroorganismus und des Katalysators erheblich verbessert. Es wurden mehrere innovative Schritte patentiert und Versalis ist fest davon überzeugt, dass diese sich rasch entwickelnde Technologie schließlich zu einer nachhaltigeren Umweltbilanz in der Produktion führen wird.

Das komplexe langfristige Programm wurde von unserer Jury zum Gewinner der Auszeichnung Leistung des Jahres 2017 im Umweltschutz gekürt. Preisrichter Flavio Farroni von der italienischen Universität Neapel Federico II meinte, es „könnte sich um eine äußerst umwälzende Innovation in einem Sektor handeln, der dringend implementierbarer Lösungen bedarf“. David Shaw, Forschungsleiter, Tire Industry Research, GB, fügte hinzu: „Das Programm stellt einen wesentlichen Fortschritt im Bereich Biotechnologie dar und hat das Potenzial, die Branche zu revolutionieren.“

„Das Venture zwischen Versalis und Genomatica wurde gebildet, um eine große Ambition umzusetzen“, erklärte der hocherfreute Sergio Lombardini, Leiter für FuE und technologische Innovation bei Versalis. „Die Entwicklung der Technologie für 1,3-Biobutadien ist eine solide Leistung, die jetzt für Vorführungen oder Pilotprojekte bereitsteht. Handelspartner, die zu einer Zusammenarbeit mit uns bereit sind, profitieren von einem nachgewiesenen Potenzial dafür, den Innovationsgehalt in ihr Unternehmen einzubringen und Teil eines noch größeren Vorhabens zu sein: die Biobutadien-Wertschöpfungskette mit modernstem Know-how auszuzeichnen.“

Ebenfalls auf der Auswahlliste:
Rubreco/RPC – Devulkanisationstechnik
Nokian Tyres – Biomassekraftwerk
Cooper Tire – Reifenforschung im Bereich Guayule-Kautschuk

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Reifentechnologie des Jahres - Sumitomo Rubber Industries – Fortschrittliches 4D-Nano-Design
In Anerkennung echter Fortschritte in der Technologie
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Reifentechnologie des Jahres


In Anerkennung echter Fortschritte in der Technologie



Gewinner: Sumitomo Rubber Industries – Fortschrittliches 4D-Nano-Design


Für diese Auszeichnung standen fünf innovative Technologien auf der Auswahlliste, doch letztendlich konnte das fortschrittliche 4D-Nano-Design die Jury am meisten überzeugen und sicherte Sumitomo Rubber Industries (SRI) zum dritten Mal den Preis für die Reifentechnologie des Jahres.

Das fortschrittliche 4D-Nano-Design ermöglicht die Durchführung äußerst realistischer Simulationen der komplexen internen Strukturen und Verhaltensweisen von Gummimaterialien im Nanobereich, indem es modernste Analyseverfahren unter Verwendung von Synchrotronstrahlung und Neutronenstrahlen mit fortschrittlicher Simulationstechnologie vereint. Eine der Errungenschaften, die mithilfe dieser Technologie erreicht und auf der Tire Technology Conference 2016 vorgestellt wurde, ist eine neue Reifenlauffläche, mit der die Verschleißfestigkeit der standardmäßigen Lauffläche von SRI aus dem Jahr 2011 verdoppelt wurde. Diese Technologie ist nicht nur Grundlagenforschung in der Werkstoffwissenschaft, sondern auch eine innovative Technologie, mit der SRI Reifenmaterialien der nächsten Generation effizient entwickeln kann.

Preisrichter Stuart Cook, Leiter für Forschung bei TARRC, GB, erklärte: „Meine Wahl wurde stark davon beeinflusst, dass SRI sich die kombinierte Anwendung modernster Analyseverfahren und einer leistungsstarken Simulationstechnologie zunutze gemacht hat, die die Simulation und das Verständnis von Gummiverbindungen wirklich auf ein neues Niveau bringt. Die Verdopplung der Verschleißfestigkeit einer standardmäßigen Laufflächenmischung von SRI als praktische Anwendung dieser Technologie ist erstaunlich und dient als Richtungsweiser für die Zukunft.“

Kozaburo Nakaseko, Senior Executive Officer von SRI, nahm den Preis in Hannover in Empfang und erklärte: „Wir haben große Fortschritte bei der Materialinnovation und bei der Entwicklung neuer Fertigungsprozesse gemacht. Dies wiederum hat den Weg für die Entwicklung von Hochleistungsreifen wie unserem Falken Ecorun A-A, der im Rahmen des europäischen Reifenkennzeichnungssystem die maximale Einstufung A-A erreicht, sowie für Technologie mit dauerhafter Leistungsfähigkeit geebnet. Durch die Nutzung von modernen Forschungseinrichtungen auf dem neuesten Stand der Super-Photon-Wissenschaft und eines Weltklasse-Supercomputers für die laufende Strukturanalyse von Gummimaterialien wird Sumitomo Rubber Industries die Forschung weiter beschleunigen. Dies wird unser Verständnis der inneren Strukturen und Phänomene von Gummi noch vertiefen, so dass es uns vielleicht gelingen wird, Reifen mit einem immer größeren Mehrwert zu entwickeln.“

Graham Heeps, Vorsitzender der Jury und Herausgeber der Zeitschrift Tire Technology International, gab seine Beurteilung ab: „Mit Fortschritten wie etwa aufbereitetem Naturkautschuk und detaillierten Simulationen der komplexen Reifenchemie haben die Experten von SRI sich in den letzten Jahren einen beneidenswerten Ruf im Bereich der Reifentechnologie aufgebaut. Das fortschrittliche 4D-Nano-Design setzt neue Maßstäbe bei der Reifenwissenschaft: Es wirft ein neues Licht darauf, wie Materialien interagieren, und öffnet den Zugang zu verbesserter Leistung und neuen Materialentwicklungen. Ich bin gespannt, was ihnen als Nächstes einfällt.“

Ebenfalls auf der Auswahlliste:
Bridgestone – DriveGuard
EVE Rubber Institute/Ecombine/Versalis – Flüssigphasenmischung ATCM
Mesnac/TMSI – Prüfsystem für die dynamische Aufstandsfläche
Yokohama – Aerodynamische Reifen

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Zulieferer des Jahres in der Reifenbranche - VMI Group
In Anerkennung von Spitzenleistungen von Lieferanten der Reifenindustrie
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Zulieferer des Jahres in der Reifenbranche


In Anerkennung von Spitzenleistungen von Lieferanten der Reifenindustrie



Gewinner: VMI Group


VMI platzierte sich in der Kategorie Zulieferer des Jahres in der Reifenbranche knapp vor Comerio Ercole und gewann den Preis zum zweiten Mal. Das Jahr des in den Niederlanden ansässigen Zulieferers begann mit der Markteinführung der Lkw-Reifenbaumaschine Milexx auf der Tire Technology Expo 2016. Weitere Produktneuheiten folgten, darunter der automatisierte Applikator Retrax für vorvulkanisierte Laufflächen und das Sichtsystem Pixxel, das Verbesserungen in der TBM-Automation, Qualität und Datenanalyse bietet. Schließlich tätigte VMI soeben den ersten Spatenstich für eine neue Fertigungsanlage in Leszno, Polen, die im zweiten Quartal 2017 in Betrieb gehen und das Wachstum des Lieferanten noch weiter beschleunigen wird.

„Wir fühlen uns sehr geehrt, diesen angesehenen Preis verliehen zu bekommen“, erklärte Harm Voortman, der Präsident und CEO von VMI. „Es ist fantastisch, dass unsere innovative Arbeit und unser Engagement in der Reifenbranche von unabhängigen Experten anerkannt wurden. Die Auszeichnung bestätigt unsere Strategie, Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen, indem wir ihnen einzigartige und innovative Lösungen bereitstellen. Wir werden mit der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen fortfahren, mit denen unsere Kunden sich den Herausforderungen der Zukunft stellen können.“

Die Preisrichter waren besonders von der Lkw-Reifenbaumaschine Milexx mit einer Kapazität von beinahe 700 Reifen pro Tag beeindruckt, mit der in der Branche unübertroffene Produktions- und Qualitätssteigerungen erzielt werden sollen. David Shaw von Tire Industry Research nannte die Maschine „einen Meilenstein in der Produktivität des TBR-Reifenbaus“ und Joe Walter von der Universität von Akron fügte hinzu, dass sie VMIs „Tradition der Entwicklung und Lieferung von qualitativ hochwertigen Reifenbaumaschinen und zugehörigen Werksanlagen an Hersteller auf der ganzen Welt fortsetzt“.

Ebenfalls auf der Auswahlliste:
Comerio Ercole
Computype
GL Messtechnik

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Reifenhersteller des Jahres - Continental
In Anerkennung der Leistungen von Reifenherstellern
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Reifenhersteller des Jahres


In Anerkennung der Leistungen von Reifenherstellern



Gewinner: Continental


Continental enthüllte 2016 zahlreiche Investitionen in FuE und Produktion, dank derer der in Hannover ansässige Reifen-Riese sich knapp gegen Hankook durchsetzen konnte und zum Reifenhersteller des Jahres gekürt wurde.

„Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung, weil sie mehrere Technologieprojekte und -innovationen anerkennt, die wir im Rahmen unserer langfristigen Wachstumsstrategie Vision 2025 bereits umgesetzt haben“, erklärte Nikolai Setzer, Vorstandsmitglied der Continental Corporation und Abteilungsleiter Zentraleinkauf und Reifen. „Gleichzeitig ist die Auszeichnung als innovativster Reifenhersteller eine großartige Motivation für unser internationales Team aus mittlerweile mehr als 50.000 Mitarbeitern, diesen Weg Schritt für Schritt weiter zu gehen.“

Zu den Entwicklungen in Deutschland gehören die Fertigstellung des neuen Hochleistungstechnikzentrums in Korbach und ein 40-Millionen-Dollar-Projekt für den Bau eines Forschungszentrums in Anklam, eigens für die Entwicklung von Kautschuk aus Löwenzahn. Im September 2016 wurden die ersten Lkw-Testreifen mit Löwenzahnkautschuk vorgestellt. Der Produktionsbeginn wird in 5 bis 10 Jahren erwartet. Ein weiteres FuE-Zentrum wird derzeit im Reifenwerk von Continental in Lousada, Portugal, errichtet. Dort soll ab 2017 eine neue Linie von Landwirtschaftsreifen gebaut werden. Continental verbesserte seine Prüfkapazitäten für den chinesischen Markt durch die Eröffnung eines neuen Prüfgeländes am CATARC-Standort in Yancheng. Schließlich wurde in Otrokovice in der Tschechischen Republik eine neue Produktionshalle für die Herstellung von Lkw- und Busreifen im Wert von 180 Mio. US$ hinzugefügt.

„Ich schätze die positive Einstellung von Continental gegenüber der Investition in FuE und Prüfeinrichtungen für die zukünftige Fertigung von Reifen in der EU und in China“, merkte Professor Toshio Nishi vom Tokyo Institute of Technology an. „Zudem sind die Aktivitäten des Unternehmens hinsichtlich der Nutzung von Kautschuk aus Löwenzahn, einschließlich der Verwendung in echten Lkw-Reifen, bemerkenswert.“

Ebenfalls auf der Auswahlliste:
Hankook
Michelin
Yokohama

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Auszeichnung für das Lebenswerk - Professor Gert Heinrich, Leibniz-Institut für Polymerforschung, Dresden
In Anerkennung außerordentlicher Dienste für die Reifenindustrie
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Auszeichnung für das Lebenswerk


In Anerkennung außerordentlicher Dienste für die Reifenindustrie



Gewinner: Professor Gert Heinrich, Leibniz-Institut für Polymerforschung, Dresden


Obwohl Professor Gert Heinrich einst eine Ausbildung zum Maurer abschloss, hat er sich seitdem zu einem weltweit führenden Experten für die Bausteine der Reifenleistung entwickelt. Er studierte und lehrte mit Beginn in den 1970er Jahren Polymerphysik an den Universitäten Jena und Halle/Merseburg in der ehemaligen DDR. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 verbrachte er 12 Jahre als Leiter der Materialforschung bei Continental in Hannover, wo er noch immer lebt. Die Forschung war während dieses Zeitraums auf den Reifen als Teil eines größeren Systems ausgerichtet – interagierend mit Bremsanlage und Stabilitätskontrolle sowie der Straße. Angesichts der heutigen Diskussion zur Funktion von Reifen in zukünftigen autonomen Fahrzeugen kann diese Arbeit als ihrer Zeit voraus angesehen werden.

2003 begann für Heinrich mit der Anstellung als Professor für Polymermaterialien und Kautschuktechnologie an der TU Dresden sowie als Direktor des Instituts für Polymermaterialien am Leibniz-Institut für Polymerforschung in derselben Stadt ein neuer Lebensabschnitt. Er verschaffte der Forschung in Dresden den hervorragenden Ruf, den sie heute genießt. Professor Heinrich arbeitete an großen und kleinen Projekten mit wichtigen Reifenunternehmen zusammen, und sein Team war für neue Forschungsanstrengungen bezüglich Nanopartikeln in elastomeren Materialien sowie der Bruchmechanik von gefülltem Gummi verantwortlich. Er betreute Dutzende von Doktoranden, die ihre Kenntnisse anschließend in Reifen- und Gummiunternehmen auf der ganzen Welt angewendet haben. 2016 schied er von seiner Stelle an der Universität aus und wird im weiteren Verlauf von 2017 auch von seinen Aufgaben als Direktor des Leibniz-Instituts zurücktreten.

Professor Heinrich hat mehr als 450 wissenschaftliche Abhandlungen veröffentlicht und ist damit einer der am meisten publizierten Forscher in der EU. In nur einem Beispiel des Einflusses seiner Forschung erwähnten Forscher von Goodyear: „Im Bereich der Kautschukreibung war Professor Heinrich tonangebend in der Wiederbelebung klassischer grundlegender Untersuchungen der Physik der Gleitreibung von Gummi auf unebenen Straßenoberflächen. Seine ursprüngliche Theorie zur Gummireibung ermutigte viele Forscher in der industriellen und akademischen Welt dazu, Gummireibung durch Experimente, analytische Modellierung oder Computersimulationen zu untersuchen. Dank Professor Heinrich existiert ein Portfolio neuer Konzepte und Kapazitäten zur Erforschung von Gummireibung, Kontaktmechanik, Reifenhaftung oder Dichtungsanwendungen mit einer deutlich erweiterten wissenschaftlichen Grundlage.“

Sie fügten weiter hinzu, dass „Professor Heinrich als unangefochtener Experte auf diesem Gebiet angesehen wird, von grundlegender Wissenschaft und Polymertheorie bis hin zu reifenbezogenen Anwendungen der Gummitechnologie. Seine Persönlichkeit und sein Verhalten sind geprägt von Respekt, Ehrlichkeit, Integrität und einem beeindruckenden Maß an wissenschaftlicher Kompetenz. Weiterhin vereint er in einzigartiger Weise die Führungsqualitäten eines wissenschaftlichen Leiters, akademischen Lehrers und institutionellen Direktors.“

„Für mich persönlich ist diese Auszeichnung eine große Ehre, aber zugleich auch ein Zeichen dafür, dass unsere Gruppe in Dresden mittlerweile eine führende Position in der Elastomerforschung einnimmt“, erklärte Professor Heinrich, nachdem er von seinem Preis erfuhr. „Obwohl ich inzwischen von der Universität emeritiert bin, werden die Projekte auch in Zukunft fortgeführt werden.

Die Auszeichnung erkennt auch den Wert unserer Arbeit bei Continental an. Sowohl dort als auch in Dresden wurde ich stets von einem starken Team unterstützt, das sich um die Details kümmerte, und diese Auszeichnung gilt auch ihnen.“

Professor Heinrich erhielt zuvor bereits die Colwyn-Medaille des IOM3, den George Stafford Whitby Award der Rubber Division der American Chemical Society und die Carl-Dietrich-Harries-Medaille der Deutschen Kautschuk-Gesellschaft. Beziehen Sie sich für weitere Informationen zu seiner Arbeit bitte auf die Oktoberausgabe 2015 der Tire Technology International.

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Young Scientist Prize für Pavel Sarkisov, Doktorand an der TU Dresden
In Anerkennung der  Wissenschaftler  und Ingenieure der Zukunft, die zum wissenschaftlichen Kenntnisstand in der Reifenindustrie beitragen werden
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Young Scientist Prize für Nachwuchswissenschaftler


In Anerkennung der  Wissenschaftler  und Ingenieure der Zukunft, die zum wissenschaftlichen Kenntnisstand in der Reifenindustrie beitragen werden



Gewinner: Pavel Sarkisov


Der diesjährige Young Scientist Prize geht an Pavel Sarkisov, Doktorand an der TU Dresden, der die Jury mit dem fachlichen Gehalt seiner Präsentation ebenso beeindruckte wie durch seinen klaren und überlegten Vortrag. Jurymitglied Andrew Tinker begründete die Entscheidung: „Der Inhalt war kohärent, relevant und im gegebenen Zeitrahmen durchdacht aufbereitet. Die Folien ließen sich schnell erfassen und der Vortrag erfolgte überlegt und in einer angenehmen Geschwindigkeit. Auch die zahlreichen Fragen, die sich an seinen Vortrag anschlossen, konnte er mit der gleichen Souveränität beantworten.“

Die Forschungsarbeit von Sarkisov zielt auf die Verbesserung der Reifen- und Fahrzeugsicherheit und konzentriert sich auf Verformungsanalysen von rollenden Reifen unter Einsatz eines neu entwickelten optischen Messverfahrens.

„Mein Ansatz besteht darin, die komplexen physikalischen Zusammenhänge eines rollenden Reifens in die einzelnen physikalischen Eigenschaften und Wirkungen aufzugliedern. Um dies zu beobachten, müssen neuartige Messtechnologien entwickelt werden, zum Beispiel das optische Messverfahren, die ich während der Konferenz vorgestellt habe. Erst die umfassende Analyse der beobachteten Wirkungen ermöglichte das Verständnis für die physikalischen Hintergründe des Reifenverhaltens,“ erklärte Sarkisov.

„Im nächsten Schritt sollen die wichtigsten physikalischen Phänomene in einem physikalischen Modell zusammengeführt werden, um darauf aufbauend das Reifenverhalten zu reproduzieren und den Einfluss von Einzelwirkungen auf die Reifeneigenschaften zu analysieren.“

Der Wissenschaftler, der sich der großzügigen Dotierung des Preises nicht einmal bewusst war, betonte die Bedeutung dieser Auszeichnung für junge Nachwuchswissenschaftler: „Ich war überrascht davon, dass mit der Auszeichnung ein Preisgeld verbunden ist. Ich sehe die Bedeutung der Auszeichnung nicht nur in der Anerkennung meiner Leistung, sondern der Leistungen aller jungen Wissenschaftler und Doktoranden. Sehr häufig betreiben sie Grundlagenforschung und tragen so dazu bei, unser Wissen und Verständnis auf neuen Gebieten zu vertiefen. Diese Arbeit wird jedoch selten von der Industrie honoriert, da sie auf kurze Sicht keinen Gewinn abwirft. Dieser Preis ist auch eine Bestätigung durch erfahrene Branchenkenner, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen,“ sagt Sarkisov.

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Jury für die Preisverleihung 2017

  • Ken Albers, leitender NVH-Techniker, Kumho America Technical Center, USA

  • Klaus Baltruschat, Reifenexperte, TÜV SÜD, Deutschland

  • Maik Brinkmeier, FEM-Entwicklungsingenieur, Nutzfahrzeugreifen, Continental, Deutschland

  • Stuart Cook, Direktor Forschung, TARRC, Großbritannien

  • Flavio Farroni, Forschungsstipendiat, Universität Neapel Federico II, Italien

  • Jean-Claude Fauré, leitender Spezialist Reifenforschung, Michelin, Frankreich

  • Stefan Fischer, Geschäftsführer Europa Produkttechnologie, Giti Tire, Deutschland

  • Romain Hansen, globaler Direktor, Reifentechnologieprojekte, Goodyear, Luxemburg

  • Graham Heeps, Herausgeber, Tire Technology International, Großbritannien

  • Rudi Hein, leitender Berater, Standards und Vorschriften, Bridgestone Technical Center Europe, Italien

  • Gert Heinrich, Direktor des Instituts für Polymermaterialien, Leibniz-Institut für Polymerforschung, Dresden, Deutschland

  • Kuninobu Kadota, Fellow, Abteilung Reifenforschung, Bridgestone Corporation, Japan

  • Daniele Lorenzetti, CTO, Apollo Tyres, Indien

  • Federico Mancosu, Berater, ehemals Pirelli, Italien

  • Kozaburo Nakaseko, Senior Executive Officer, Sumitomo Rubber Industries, Japan

  • Prof Toshio Nishi, außerordentlicher Professor, Tokyo Institute of Technology, Japan

  • Joerg Nohl, VP für Reifen-Engineering, Continental, Deutschland

  • Henning Olsson, Leiter Forschung und Geschäftsentwicklung, Calspan, USA

  • Bo Persson, Wissenschaftler, FZ Jülich, Deutschland

  • Jan Prins, technischer Experte Reifen – CAE und Modellierung, Jaguar Land Rover, Großbritannien

  • Lorenzo Pulici, Projektleiter Engineering, Pirelli, Italien

  • David Shaw, Forschungsleiter, Tire Industry Research, GB

  • Gregory Smith, Direktor, Tyre CAE and Modelling Consultants, GB

  • Saied Taheri, Leiter CenTiRe, Virginia Tech, USA

  • Joe Walter, Lehrbeauftragter, Maschinenbau, Universität von Akron, USA

  • Shunichi Yamazaki, Präsident, Intelligent Vehicle Research Institute, Japan

  • Chuck Yurkovich, Senior VP Globale Forschung und Entwicklung, Cooper Tire, USA
 


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Tire Technology Expo 2011

Zukünftige 
Ausstellungsdaten:

Tire Technology Expo 2019
Daten: 12-14 Februar 2019
Ort: Hannover, Deutschland